Mir geht es gut. Seit zwei Tagen ist Ruhe. Meinen Computer habe ich vorgestern Abend auf die Müllhalde gefahren, zusammen mit dem Telefon, dessen
Anrufbeantworter seit drei Wochen voll ist. Auf dem Heimweg besorgte ich Dämmmaterial und Latten. Zu Hause schraubte ich die Sicherung der Türklingel heraus und montierte den Briefkasten ab. Dann trug ich das Dämmmaterial und die
Latten nach oben in meine Wohnung. Die ganze Nacht habe ich geschuftet, meine Augen brannten, und an den Händen habe ich Schwielen von der ungewohnten Arbeit, doch es hat sich gelohnt. Meine Wohnungstür ist jetzt
außen und innen mit einer Dämmschicht versehen. Selbst wenn jemand mit den Fäusten gegen die Tür hämmert, werde ich es nicht hören, oder allenfalls wird es sein wie der Klang ferner Trommeln, die mich in den Schlaf wiegen. Jetzt liege ich im Flur, die Füße neben dem Tischchen, auf dem das Telefon nicht mehr steht, den Kopf vor der zweifach gedämmten Wohnungstür. Es geht mir gut. © Ulrike Schäfer, Würzburg Auszug aus: Um Antwort wird gebeten
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