Keuchend hielt er inne und sah nach oben in ein blaues Stück Himmel. Er kniff die Augen zusammen. Das Licht, das von dort in den schmalen Gang fiel,
zerstreute sich und hinterließ hier unten nur ein diffuses Glimmen. Er wußte nicht, wo er war. Er wußte nicht, wohin er sollte. Aber er wußte, daß das hier nichts mit Freiheit zutun hatte. Er lehnte sich an einen Container und
versuchte ruhiger zu atmen. Als er dieses Land, ein Chaos, erreicht hatte, war es Nacht gewesen und er hatte nichts erkennen können. Sie hatten vor Angst gezittert. Man hatte ihnen gesagt, es sei nun überstanden: nur
noch einige Stunden, zur Sicherheit. Man hatte Wasserflaschen und Zigaretten verteilt und die Zitternden hatten sich umarmt und still geweint, aber niemand hatte Feuer, um die Zigaretten zu entzünden. Man hatte sie dann alleine
gelassen. Als der Morgen graute, waren die ersten leise, fast heimlich aufgebrochen. Immer mehr huschten davon. Schließlich ging auch er. Er folgte den Schritten. Container, soweit er sehen konnte. Er begann zu laufen, mal in
diese, mal in jene Richtung. Die Gänge waren schmal und voller Geräusche: Schritte, Stimmen, das Dröhnen von Motoren, es war, als lockten sie ihn immer tiefer hinein. (c) Florian Wacker, Göppingen Auszug aus: Container
|