Seefahrt |
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Mein Zimmerschiff, es sticht in See. |
Ozeane schwappen über Straßen, |
schlucken Bäume, Kirchtürme, Fußgänger |
Haus, Geburtsort, Heimatland, wozu noch? |
Frische Brisen blasen die Backen auf |
An Bord läßt sich’s aushalten, |
Proviant ist gefaßt, Rotwein in Reichweite. |
Rasch führt die Fahrt zu neuen Passagen |
und unentdeckten Kontinenten. |
Sind’s Urschluchten oder Abgründe |
am Ende der Erdscheibe und jenseits von |
Schuld und Unschuld, Gewalt und Sehnsucht, |
sind’s Paradiese, aus Träumen gemacht? |
Geht da Shakespeare Verse deklamierend, |
komponiert Schubert einen Sommernachtstraum |
und Picassos Eulen nisten in blauen Bäumen? |
Anker sind eingemottet, Häfen gekündigt, |
mein Zimmerschiff, es sticht in See. |
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©
Fritz Deppert, Darmstadt |