Briefe von einer Reise ans Meer (kurzer Auszug) Er dachte oft an sie, während sie am Meer weilte, und dann las er ihre Briefe wieder und wieder, denn es schien ihm, als ob sie aus einem Teil seines Selbst kämen: »Ab und zu denke ich an Dich, in den sonderbarsten Augenblicken. Manchmal muß ich lachen, manchmal werde ich still und manchmal ein bißchen traurig. Aber ich bin nicht ungern traurig, weil ich dann merke, daß ich empfinde, mehr als wenn ich die ganze Zeit rede oder ständig mit etwas beschäftigt bin. Ihren letzten Brief vom Meer schrieb sie unter dem Eindruck eines Büchner-Stücks: » Ich liebe dich, wie das Grab..., schade, daß Du es nicht auch sehen kannst.« Sie liebte es, sich hinter ungewöhnlichen Zitaten zu verstecken, aber diesmal fiel die Auflösung ihm gar nicht schwer. © Herbert-Werner Mühlroth, Großhansdorf
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