Parkbänke

    Auf der einen schaut einer versonnen
    Auf die Vergißmeinnicht im Beet
    Und wartet auf das Abendrot.

    Auf der anderen zwei im Schatten.
    Hastig über dem Löffel lösen sie
    In seiner Mulde ihre Sehnsucht auf

    Nach den starken Gefühlen.
    Begierig auf Leben und Tod
    Mischen sie das flüssige Gift.

    Eilig wird es in ihre Adern
    Schießen, um da weh zu tun,
    Wo sie Schmerz am meisten fürchten.

    Bald wird der gehätschelte Rausch
    Mit Nadelstichen erinnern daran,
    Daß die vorgezogene Todesangst

    Über der Flamme immer wieder
    Um jeden Preis ins Vergessen
    Geschmolzen werden will.

                 (c) Marianne Gamp, Wedel