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Die Streunerin Jeden Sommer fahre ich ans Meer. La mer, la mer. Jeden Sommer
fahre ich ans Meer und höre alte Schlager. Ich liebe das Meer, und ich liebe Marie. Jeden Sommer fahre ich ans Meer und träume von Marie. Im Sonnenuntergang ist sie mir zugelaufen, unvorhersehbar wie eine Katze. Sie bleibe
nur vorübergehend, sagte sie, für eine Nacht oder zwei, dann müsse sie weiter irgendwie, war sie doch nicht wirklich eine Katze. Woher sie kam und wohin sie gegangen ist, hat nie jemand erfahren. Ihr Geheimnis ist ein
Geheimnis. Nur dieser Schnappschuß in meiner Hand erinnert an jenes Stilleben. Der kindliche Bubikopf fein säuberlich abgetrennt neben dem bleichen Torso; beinah ein Liebespaar, unverbesserlich sentimental... Sogar die Möwen
unterbrechen ihr vorlautes Geschwätz und belauschen für eine kurze Weile unser Schweigen. Jeden Sommer fahre ich ans Meer. La mer, la mer. Jeden Sommer fahre ich ans Meer und höre alte Schlager.
(c) Henning Brüns, Berlin
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