der gerechte weg

 

unverhoffte gabelungen
tun sich auf,
in ungereimten abständen,
fremd und verschlüsselt.
ob sackgasse oder umleitung,
gebieten sie einhalt dem schritt,
stellen nackte herausforderung
an welke entscheidungskraft.

zeitlose wände
berühren sich nicht,
streben nur,
ohne besonderen anlass,
mal in die enge, mal in die weite.
im geweihten gehäuse
des labyrinths
streben sie
unerschöpflich,
lautlos,
ohne widerstand,
ohne tür oder schranke,
zwar kurvenreich,
doch unbeirrt
immer entgegen
dem süßen kern.

gestählter boden,
unfruchtbar und spurenlos,
weist in keine richtung
zu dem behüteten ziel.

 

 

 

lastende decke
kann die sternlose himmelsdecke sein
oder aber nur fiebernde fantasie.

roter faden
ist längst gerissen
und lange abhanden gekommen.

nord, süd, ost, west
tanzen jitterbug
auf spöttischem kompass.

verletzt und hilflos
treibt der trunkene sinn
mal rückwärts, mal voran.

kein luftzug,
kein echo
verrät den besonnenen kurs.

zögernde fußstapfen
verfangen sich
im dreifaltigen teufelskreis,

fangen sich
immer wieder
selber ein.

welcher weg,
welcher gerechte weg

geleitet
uns
heim?

 

© Ana Elsner, San Fransisco